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Von Einzelprojekten zur Nachnutzung

Open Source systematisch skalieren in der Verwaltung

am Beispiel des Landesprogramms „Offene Innovation“ in Schleswig-Holstein

Laptopausschnitt in Arbeitssituation

Wie Schleswig-Holstein digitale Souveränität praktisch umsetzt

Das Bundesland stärkt digitale Souveränität durch Open Source als verbindlichen Ansatz für Zusammenarbeit und Nachnutzung. openCode dient dabei als zentraler Arbeits- und Veröffentlichungsraum. © Anna-Sophie RönschZum DigitalHub.SH

Die Idee

Open Source soll in Schleswig-Holstein nicht in einzelnen Pilotvorhaben stecken bleiben, sondern strukturell wirksam werden. Dafür setzt das Land auf offene Entwicklung, nachvollziehbare Dokumentation und echte Nachnutzbarkeit.

Im Mittelpunkt steht ein einfacher Gedanke: Gute digitale Lösungen sollen dort entstehen und veröffentlicht werden, wo andere Verwaltungen sie finden, prüfen und weiterverwenden können. So wird aus einzelnen Projekten ein wachsendes gemeinsames Ökosystem.

Das Projekt im Überblick

Zentrale Plattform

openCode ist der gemeinsame Arbeits- und Veröffentlichungsraum für Open-Source-Vorhaben aus Schleswig-Holstein.

Strategischer Ansatz

Eigene Landeslösungen werden nur noch als Fallback vorgehalten. Entwicklung, Veröffentlichung und Zusammenarbeit sollen systematisch über openCode stattfinden.

Regionale Verankerung

Vorhaben aus Schleswig-Holstein werden in einer eigenen SH-Gruppe im openCode Repository gebündelt.

Breiter Hebel

Über das Landesprogramm „Offene Innovation“ werden jedes Jahr konkrete Open-Source-Lösungen für reale Herausforderungen gefördert.

Die Umsetzung

Die Landesverwaltung befindet sich selbst in der Umstellung auf offene Lösungen. Der Weg beginnt bei grundlegenden Verwaltungsdiensten wie E-Mail und Datenaustausch, reicht über Basiskomponenten wie Telefonie und perspektivisch bis in komplexere Bereiche wie Fachverfahren.

Damit diese Entwicklung sichtbar und anschlussfähig wird, bündelt Schleswig-Holstein seine Vorhaben in einer eigenen SH-Gruppe auf openCode. Das macht nachvollziehbar, wo Projekte liegen, welche Artefakte vorhanden sind, wer zuständig ist und wie der Stand der Entwicklung ist. Für andere Verwaltungen und Organisationen sinken dadurch die Hürden, bestehende Lösungen zu finden, einzuordnen und daran anzuknüpfen.

Der eigentliche Skalierungseffekt entsteht über das Landesprogramm „Offene Innovation“. Es ermöglicht und finanziert jährlich konkrete Open-Source-Lösungen für Verwaltungen, Kommunen und weitere öffentliche oder gemeinwohlorientierte Einrichtungen. Entscheidend ist dabei die Verbindlichkeit: Die Veröffentlichung des Codes ist kein Bonus, sondern Pflicht. Spätestens zur Fertigstellung müssen alle relevanten Bestandteile in einem öffentlichen Repository auf openCode sichtbar sein.

Warum dieser Ansatz funktioniert

Das Landesprogramm „Offene Innovation“ setzt klare Anforderungen, die echte Nachnutzbarkeit ermöglichen: von offener Lizenzierung über Dokumentation und Sicherheitskonzepte bis hin zu barrierefreier und technisch übertragbarer Software.

Gleichzeitig werden Projekte aktiv begleitet. Der DigitalHub.SH unterstützt als Koordinator bei Entwicklung, Veröffentlichung und Qualitätssicherung – von verständlichen Projektbeschreibungen bis hin zu sauber gepflegten Repositories.

„Uns geht es nicht um einmalige Entwicklungen, sondern darum, dass die Lösungen nicht nur für die aktuellen Projektpartner, sondern auch langfristig für viele weitere Akteure nutzbar sind. Indem alle Codes auf der bundesweiten Plattform opencode.de veröffentlicht werden, ermöglichen wir eine breite Nachnutzung und Weiterentwicklung der Lösungen. So kann jeder in Deutschland von den Open-Source-Projekten aus Schleswig-Holstein profitieren.“

Alexander Rosenthal, Projektleiter DigitalHub.SH. 

Jetzt mitmachen und gemeinsam Wirkung entfalten

Das Landesprogramm richtet sich an Verwaltungen, Kommunen und gemeinwohlorientierte Organisationen in Schleswig-Holstein, die konkrete Herausforderungen mit Open Source lösen möchten. Jede Veröffentlichung, jede Nachnutzung und jeder Beitrag stärkt die digitale Souveränität der Verwaltung. Je mehr Institutionen sich beteiligen, desto größer wird der Effekt.

Gesucht werden daher praxisnahe Ideen, die:

  • reale Bedarfe adressieren
  • offen entwickelt und veröffentlicht werden
  • von anderen nachgenutzt werden können

In Anwendung

Erhalten Sie Einblick in Projekte, die bereits mit Hilfe von openCode umgesetzt wurden.

Förderprogramm

Offene Innovationen Schleswig-Holstein

Das Bundesland stärkt digitale Souveränität durch Open Source als verbindlichen Ansatz für Zusammenarbeit und Nachnutzung. openCode dient dabei als zentraler Arbeits- und Veröffentlichungsraum.

Container-Infrastruktur

Städteübergreifender Wissenstransfer

Ziel von Connected Urban Twins ist es, digitale Zwillinge als Werkzeuge für integrierte Stadtentwicklung, Beteiligung und datenbasierte Entscheidungsprozesse zu etablieren.

Konsultationsprozesse

Fortschreibung von IT-Architekturrichtlinien der öffentlichen Verwaltung

Die nationale IT-Architekturrichtlinie wird bereits erfolgreich auf openCode entwickelt und gepflegt.

Interview

Die digitale Verwaltung der Zukunft – Zielbild der OZG-Rahmenarchitektur

Realisierung eines Konsultationsprozesses über openCode zur Entwicklung des Zielbildes der OZG-Rahmenarchitektur. Ein Gespräch mit Thomas Bendig.

Interview

Smart Village App – Plattform für kommunale Vernetzung

Seit 2021 arbeitet Konrad Traupe an der Konzeption und Weiterentwicklung der Smart Village App, einer Plattform für kommunale Vernetzung und Bürger:innenbeteiligung.

Interview

GA-Lotse – Das Digitalisierungspaket der Zukunft

Bianca Kastl erzählt wie mit dem Projekt Abläufe in Gesundheitsämtern deutschlandweit optimiert werden.

Die openCode Community

Werden Sie Teil eines lebendigen Netzwerks für Digitale Souveränität. Hier tauschen sich Entwickler:innen und Verwaltungsmitarbeitende aus, teilen Code, Projekte und Erfahrungen.

  • Zugang zu Gitlab: Projekte hoch- / herunterladen, einreichen und weiterentwickeln
  • Wissensaustausch: Profitieren Sie von Erfahrungen aus der Praxis
  • Regelmäßige Events: Infosessions, Diskussionsforen und Best Practices
  • Direkte Vernetzung: Persönlicher Austausch mit Expert:innen
  • Aktive Mitgestaltung: Bringen Sie Expertise ein